Letzte Woche hatte ich die Gelegenheit, einen spannenden Vortrag von Anika Holtermüller an der Informatica Feminale in Freiburg zu besuchen. In ihrer Keynote mit dem Titel «WER BRAUCHT NOCH JUNIORS? – Die Zukunft der Arbeit im Zeitalter generativer KI» argumentiert sie, dass generative KI die Arbeitswelt nicht primär dadurch verändert, dass sie Berufe ersetzt, sondern indem sie immer mehr Aufgaben automatisiert. Dadurch verschieben sich die Anforderungen an Menschen: Weg von der reinen Ausführung, hin zu Kompetenzen wie Systemdenken, Urteilsvermögen, Verantwortung, Kommunikation und der Fähigkeit, KI-Ergebnisse kritisch zu bewerten.
Eine ihrer Aussagen ist mir besonders hängen geblieben: «Kompetenzen statt Aufgaben».
Im Zeitalter von KI werden zunehmend einzelne Aufgaben automatisiert – entscheidend bleiben jedoch die Kompetenzen dahinter: Urteilsvermögen, Systemdenken, Verantwortung und die Fähigkeit, Zusammenhänge zu erkennen.
Aus meiner Sicht gilt dieses Prinzip nicht nur für die Softwareentwicklung, sondern für nahezu alle Lebensbereiche.
Und genau dieses Prinzip steckt auch in «The Mira Way». Es geht nicht darum, die Aufgaben schneller zu machen oder besser zu organisieren – denn wer sich nur auf einzelne Aufgaben konzentriert, optimiert oft das Falsche und wird immer schneller im Hamsterrad.
Wer stattdessen die dahinterliegenden Kompetenzen stärkt – etwa das System verstehen, Zusammenhänge erkennen, Priorisierung und Probleme lösen –, bleibt auch in einer sich wandelnden Welt handlungsfähig. Und plötzlich geht es nicht mehr darum, Wäsche schneller aufzuhängen oder eine bessere App für den Reminder fürs Putzen herunterzuladen. Sondern darum zu erkennen, welche Routinen überhaupt sinnvoll sind, welche Gewohnheiten verändert werden können und an welchen Stellen eine ganz andere Lösung möglich ist.
Mein Ziel ist nicht, dir für jede Alltagssituation eine Lösung vorzugeben. Mein Ziel ist, dass du lernst, selbst die Muster hinter deinen Aufgaben zu erkennen. Wenn sich dein Leben verändert – neue Arbeit, Kinder werden älter, Krankheit, Umzug – dann brauchst du keine neue Checkliste. Du hast die Kompetenz entwickelt, dein System immer wieder selbst neu zu gestalten.
Wie auch Anika sagt: «Ihr seid die Gestalterinnen, nicht die Betroffenen. Die neue Schlüsselkompetenz ist, von der Ausführerin zur Kuratorin zu werden. Und das heisst: Wissen was gut ist – und den Mut haben, es durchzusetzen.»

